Die Jahrhundertausstellung steht als ein erster Höhepunkt in der
Reihe der kunsthistorisch ausgerichteten Ausstellungen. Bereits
im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts begannen sich ,, die offiziellen
Kunstausstellungen... als Großveranstaltung mehr historisch und national
auszurichten``. Der
als kunsthistorisch bezeichnete Ausstellungstyp fand seine Anfänge in den
historischen Abteilungen großer Ausstellungen mit dem Ziel, bereits
verstorbene Maler zwar außerhalb der eigentlichen Ausstellung, aber doch in
direktem Zusammenhang mit ihr zu ehren. So kann man eine historische Abteilung
bei der Jubiläumsausstellung zum 100-jährigen Bestehen der Akademieausstellungen
1886 nachweisen, die bei 2900 ausgestellten Werken immerhin 600 Nummern
umfaßte und bereits zu diesem Zeitpunkt das Ziel hatte, ,, einen
gedrängten Überblick über die Entwicklung der Malerei, der Bildhauerei und
der zeichnenden Künste in Norddeutschland während der letzten hundert
Jahre``
zu
gewähren. Diese historischen Abteilungen wurden von Malern organisiert, die
meist auch in der Kommission für die Auswahl der eigentlichen Ausstellung
vertreten waren. In dieser Tradition steht auch die Historische Abteilung der Großen
Berliner Kunstausstellung 1906. Die ursprüngliche historische Abteilung
wandelte sich gegen
Ende des 19. Jahrhunderts zu einer autonome Ausstellungsart, die nicht
mehr aus dem Blickpunkt des Künstlers zusammengestellt wurde, sondern in
Kunsthistorikern ihre Organisatoren fand. ,,
Das Spektrum der Ausstellungstypen stabilisierte sich, die historische
Kunstausstellung gewann an Boden.``